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Dieses Thema hat 4 Antworten
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 PV Stories
Christian Offline

Neuling

Beiträge: 3

17.07.2010 18:26
Meine Leidensgeschichte (Christian) Antworten

Hallo!

Erstmal Danke Chris für dieses Forum, die Informationen und Ratschläge haben mir sehr geholfen und Mut gemacht!

Zu mir und meiner Leidensgeschichte:
Ich, männlich, 34 Jahre alt, normale Statur (181cm/80kg), neige eher stark zum Schwitzen, leide seit ca. 15 Jahren an PV.

Ich habe mehrere kleinere Flecken (Durchmesser 2mm bis ca. 10mm) am Oberkörper, hauptsächlich zwischen und auf den Brüsten, auf der Schulter (knapp oberhalb der Achsel), am Bizeps und 3-4 Stück am Rücken. Wie gesagt, sind es bei mir eher vereinzelte Flecken die in Grüppchen auftreten und keine großflächigen Areale.

Als mit Anfang 20 die Flecken erstmals auftraten und ich deswegen zum Hautarzt ging, meinte der nur lapidar, dass es sich dabei um einen harmlosen Hautpilz handle, der nicht ansteckend sei. Er verschrieb mir die Travocort-Creme, welche die Apotheke immer selber anrührt.
Nach einer Behandlungsdauer von ca. 2 Wochen verschwanden die Flecken, kamen aber immer ca. 1 Monat nach Behandlungsende wieder. Auch ausgedehne "Schmierkuren" über 2 Monate hinweg brachten keine dauerhafte Heilung.

So schmiere ich nun seit ca. 15 Jahren Travocort "nach Bedarf", d.h. eigentlich schmiere ich die betroffenen Stellen immer nach dem Duschen ein, egal ob Flecken grad sichtbar sind oder nicht. Wenn die Flecken längere Zeit nicht sichtbar sind, schleicht sich dann bei mir gerne mal der Schlendrian ein, und ich höre auf zu schmieren. Folglich kommen die Flecken dann wieder, besonders im Sommer, wenn ich aufgrund der Witterung viel schwitze.

Im Laufe der Jahre sind die Flecken auf diese Art und Weise immer mehr geworden und ich begann mich die letzten Monate über zu fragen, wo denn das in 30 Jahren oder so enden soll? Den ganzen Körper einschmieren? Jede Woche ein neues Cremenrezept vom Hautarzt holen, weil die Dose mit Creme in 1 Woche aufgebraucht ist? Keine sehr befriedigende Aussicht....!
So begann ich selbst im Internet zu recherchieren und stieß auf diese Seite.

Warum ich erst so spät darauf gekommen bin, mich mal selbst genauer zu informieren, scheint mir aus heutiger Sicht trivial.
Auf meine wiederholten Nachfragen bei mittlerweile 2 Hautärzten wurde mir lapidar geraten: "Waschen Sie sich nicht mehr!" Vom Hautarzt wurde das so dargestellt, als sei dies der Preis der Zivilisation mit dem man leben müsse, und dass sowieso die gesamte zivilisierte Welt total verpilzt sei. Also nahm ich die paar Hautflecken demütig hin und fand mich damit ab,
für den Rest meines Lebens ab und zu gewisse Stelen menes Körpers eincremen zu müssen. Schließlich gibt es ja Schlimmeres....

Diese Seite hier hat mir dann die Augen geöffnet. Mit meinem heutigen Wissensstand sind die Aussagen des Hautarztes eine echte Frechheit!
Nie hat mich jemand auf KET-Shampoos hingewiesen, oder mir den täglichen Wechsel der Handtücher/Bettwäsche/Leibwäsche zur Vermeidung der wiederansteckung nahegelegt (PV sei ja schließlich nicht ansteckend...)! Die Aussage des Hautarztes gingen ja eher in die gegenteilige Richtung, also ein Zuviel an Hygiene. So versuchte ich mich - aufgrund vermuteter Schädigung des Säureschutzmantels der Haut - nur mehr mit hautneutralen Duschgels zu waschen; und dies zudem so selten wie möglich (unter 2-3x die Woche geht aber beim Besten Willen nicht!). Geholfen hat das natürlich nichts.

Was ich nicht im Zusammenhang mit den PV-Flecken gesehen habe, was jedoch eindeutig damit zusammenhängt, sind schuppende Partien auf meiner Kopfhaut (über den Ohren, da wo man am meisten schwitzt). Die Schuppen traten bei mir nur 2-3x pro Jahr auf und wurden erfolgreich mit Dermovate Crinale-Lösung (Anwendungsdauer nur 3-5 Tage, danach wieder mehrere Monate Ruhe) behandelt. Laut Internetrecherche scheinen diese schuppigen Stellen ein Reservoir des Pilzes zu sein, quasi der Stammsitz, aus dem er sich trotz lokaler Behandlung immer wieder neu formiert. Ganz wichtig scheint also zu sein, den gesamten Körper und insbesondere die Kopfhaut mit zu behandeln (mit KET- und/oder Selendisulfid Shampoo - letztere Chemikalie ist ein Kontaktgift für den Hefepilz - Ha, ha!).

Jetzt scheint alles klar zu sein und ich habe mir heute in der Apotheke 10%igen Salizylspiritus und ein Selendisulfid-Shampoo (Vichy Dercos) geholt. Ein KET-Shampoo (Fungoral 2%) habe ich von einer Bekannten bekommen, werde ich, genauso wie die Terbinafin-Salbe, nächste Woche vom
Hautarzt verschreiben lassen. Habe heute mit der Therapie begonnen und bin voll motiviert den Pilz zu besiegen! Ich mach jetzt Schluß mit Lustig, ab heute ist Krieg!


Meine geplante Therapie, in Anlehnung an die von Chris vorgeschlagene:

täglich, erstmal 7-10 Tage (in dieser Reihenfolge):

- PV-Flecken mit 10%igem Salizylspiritus einreiben und 1-2 Minuten einwirken lassen (trocknet jedoch jetzt im Sommer sehr rasch auf). Mit der Einwirkzeit muß man wirklich aufpassen, sonst gibt es (bei zu langer Dauer) unschöne Haurötungen.

- Kopfhaar mit Selendisulfid Shampoo waschen. Auf die fleckigen Bereche am Körper verteile ich den Schaum und lasse alles 2 Minuten einwirken.
Danach mit Wasser abbrausen.

- Kopfhaut und GESAMTEN Körper (!) mit KET-Schampoo einreiben und 5 Minuten einwirken lassen.
Danach mit Wasser abbrausen.

- Abtrocknen, Haare fönen und fleckige Hautpartien mit Travocort-Creme (vorerst einmal, bis ich die Terbinafin-Salbe verschrieben bekommen habe) eincremen.

- Restlichen Körper mit feuchtigkeitsspendender Hautcreme eincremen (die antimykotischen Mittel reizen die Haut).

- Leibwäsche täglich wechseln, Handtücher nach 1x benutzen waschen, Bettwäsche nach 2 Tagen waschen. Sämtliche o.a. Wäsche bei mindestens 60° waschen, zudem benutze ich einen desinfizierenden "Lysoform Wäsche Hygienespüler" (Wirkstoff "Didecyldimethylammoniumchlorid" wird mit oder anstelle eines Weichspülers verwendet, tötet lt. Beschreibung Keime, Viren und Pilze ab - hoffen wir es zumindest!).


Die weitere Vorgansweise folgt dann je nach Therapieerfolg.
Bericht folgt!

Beste Grüße!
Christian


PS: Folgende Links zum Thema finde ich sehr gut und füge ich hiermit noch an:

- PV bei Klinikum der Ruhr Universität Bochum (sehr gute Infos!):
http://www.derma.de/bochum/703.0.html

- PV bei Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pityriasis_versicolor

- PV bei Medizinfo:
http://www.medizinfo.de/hautundhaar/pilz...pilzflechte.htm

- Vichy Dercos Selendisulfid Shampoo:
http://www.vichyconsult.at/products-DADT...tiges-haar.aspx

- Lysoform Hygienespüler:
http://www.lysoform.at/produkte-waesche-hygienespueler.asp

Christian Offline

Neuling

Beiträge: 3

23.07.2010 10:53
#2 RE: Meine Leidensgeschichte (Christian) Antworten

Hallo,

so nach knapp 1 Woche ein erstes Update:

Die Behandlung habe ich nach Rücksprache mit Artz und Apotheke modifiziert:

1.) Den 10%igen Salizylspiritus darf man nicht abwaschen, sondern muß man auf der Haut drauflassen! Wenn der Alkohol verdunstet ist, bleibt ein weißer Belag (die Salizylsäure) übrig. Ja, das brennt, aber nur für ein paar Minuten. Auch die Hautrötung (trat nicht immer auf!) geht nach ca. einer Stunde wieder weg. Bis die oberste Hautschicht abstirbt und sich erneuert, dauert es. Nach 1 Woche tut sich bei mir nur an einer Stelle (Schulter) was. Auf der Brust noch keine Abschälung oder Anzeichen.
Übrigens: Für die schuppenden Stellen auf der Kopfhaut kann man den Salizylspiritus auch nehmen (ja, brennt natürlich auch!).

2.) Da ich den Salizylspiritus nicht abwasche, mußte ich klarerweise auch die Reihenfolge der Behandlung ändern. Spiritus kommt also nach dem Duschen rauf!

3.) Mein Behandlung (für die ersten 10-14 Tage, bzw. bis sich überall die Haut abschält) sieht also derzeit wie folgt aus:
- Morgens: betroffene Stellen mit 10% Salizylspiritus betupfen (nehme dazu Küchenschwamm)
- Abends: mit KET-Shampoo duschen, nach dem Abtrocknen betroffene Stellen mit 10% Salizylspiritus betupfen
- Unterwäsche, Bettwäsche und Handtücher täglich wechseln und mit mind. 60° waschen, ist sowieso klar.

4.) Nachdem sich die Haut überall geschält hat (voraussichtlich nach 10-14 Tagen) werde ich die betroffenen Stellen 4 Wochen lang 2x täglich (auch an der Kopfhaut) mit Terbinafin-Creme einreiben. Dazu täglich mit KET-Shampoo duschen, bis dieses aufgebraucht ist. Für danach habe ich das rezeptfreie Selendisulfid-Shampoo, das offenbar genausogut gegen Hefepilze wirkt.
Wäschewechsel täglich, wie gehabt (das ist echt das Mühsamste and er Sache....!).

Ich berichte je nach Fortschritt weiter!
Christian

pityriasis Offline

Admin


Beiträge: 17

12.09.2010 09:03
#3 RE: Meine Leidensgeschichte (Christian) Antworten

Hi Christian,

erst einmal Hut ab für die genaue Beschreibung und die vielen nützlichen Informationen. Es wäre sehr hilfreich und nett, wenn Du uns auf jeden Fall von Deinen Fortschritten / Rückschlägen (hoffentlich nicht) weiter berichtest! Mit der Sal.Säure ist das so eine Sache...meine HAut hat sehr stark darauf reagiert und ich musste die Behandlung so durchführen. Kann man ja alles auf meiner Seite http://pityriasis.npage.de nachlesen. Natürlich macht es bei gernigerer Reaktion mehr Sinn es langanhalten einwiken zu lassen. Ich würde jedem Raten, sich langsam an die Behandlung mit S.Säure ranzutasten.

Was ich an Deiner Methode am "ALLERBESTEN" finde ist, dass Du das offensichtlich noch einmal mit Deinem Arzt besprochen hast!
Vielen Dank für einen wirklich wertvollen Beitrag!

Chris

Christian Offline

Neuling

Beiträge: 3

13.09.2010 21:15
#4 RE: Meine Leidensgeschichte (Christian) Antworten

So, nun ist es fast ein Monat her, dass ich die PV-Behandlung ERFOLGREICH (!) abgeschlossen habe. Der Pilz ist besiegt und so bin ich seit ca. Mitte August beschwerdefrei. Natürlich behalte ich gewisse Vorsorgemaßnahmen (siehe dann weiter unten) für die Zukunft bei, damit der Pilz nicht wiederkehrt.

Vorerst möchte ich jedoch noch einige Anmerkungen und Erfahrungen zur Selbstbehandlung geben:

1. Die Terbinifin-Creme (Markenname "Lamisil") wirkt gegen PV wahre Wunder! Ich kann diesen Wirkstoff nur absolut empfehlen! Möglicherweise kann man damit PV auch ganz ohne die vorherige Salizylsäurebehandlung besiegen.
Jedoch: Lieber 1 Woche länger schmieren, als eine Woche zu wenig. Bei mir war nach ca. 3 Wochen der Heilungserfolg da, ich habe aber zur Sicherheit noch eine Woche weitergeschmiert.

2. Unbedingt immer auch die Kopfhaut (schuppende Stellen) mitbehandeln! Die Terbinafin-Creme kann man ohne Problem auch auf der Kopfhaut anwenden.

3. Unterstützend zur Terbinifin-Creme habe ich die oberste Hautschicht mit 5-10%igem Salizylspiritus abgeschält. Es hat bei mir an manchen Stellen schon 2 Wochen gedauert, bis sich die Haut in kleinen Schüppchen (wie nach einem mittleren Sonnenbrand) abgeschält hat. Deshalb bin ich auch ein wenig ungeduldig geworden und habe nach einer Woche mit Vollbändern (Einweichen der Haut) und einem Peelinghandschuh (aus dem Drogeriemarkt) versucht, die Haut mechanisch abzurubbeln.
Jedoch war ich da an den am stärksten von PV betroffenen Arealen etwas zu heftig mit dem Peelinghandschuh drann, denn ich habe mir nämlich teilweise die Haut bis zum rohen Fleich abgerubbelt.
Dann folgender schwerer Fehler:
Auf die wunden Stellen nochmals Salizyspiritus drauf. Die Folge sind jetzt deutliche Narben, die mir wohl bleiben werden (dunklere Hautstellen, sieht an einer Stelle fast so aus, wie eine Brandwunde von einer Zigarette).
Das mit dem Vollbad und dem SANFTEN Abrubbeln der Hautschuppen mit einem Peelingschwamm ist durchaus zu empfehlen, jedoch sollte man es nicht übertreiben. Und wenn man wirklich zu fest gerubbelt hat, die wunden Hautstellen gut abheilen lassen bevor man wieder irgendwelche Mittelchen drauftut!


Vorsorgemaßnahmen für die Zukunft:
Die PV ist genetisch bedingt, d.h. das körpereigene Immunsystem kann den Pilz, den grundsätzlich jeder Mensch auf der Haut hat, nicht so gut abwehren bzw. im Zaum halten. Daher ist man in steter Gefahr, dass sich der Pilz wieder krankhaft ausbreitet. Folgende vorbeugenden Maßnahmen treffe ich bis auf Weiteres:
- Täglicher Unterwäschewechsel, d.h. die Wäche, die mit den gefährdeten Bereichen (da wo man am meisten Schwitzt) in Berührung kommt.
- Wöchentlicher Wechsel von Bettwäsche und Handtüchern.
- Haarewaschen beim Duschen nur mehr mit Selendisulfid-Shampoo aus der Apotheke, da die PV von der Kopfhaut ihren Ausgang nimmt.
- Nur hautneutrale (PH-neutrale) Duschgeld verwenden
- Nach dem Duschen die ehem. betroffenen Areale mit feuchtigkeitsspendender Creme einschmieren, damit die Haut besser gegen eine Neuinfektion gerüstet ist (habe eher trockene Haut, mich als Mann jedoch früher nie darum gekümmert...).

So, das wärs eigentlich.....

Wenn Ihr ebenfalls an PV leidet und/oder sie erfolgreich behandelt habt, schreibt doch auch Eure Geschichte hier ins Forum, diese Seite hat mir auf jeden Fall sehr geholfen - danke nochmal dafür!

Alles Gute!
Christian




-

der ulf ( Gast )
Beiträge:

12.02.2011 12:59
#5 RE: Meine Leidensgeschichte (Christian) Antworten

hey christian,

erstma danke für deinen ausführlichen beitrag.
ich hab seit nun mehr als 2 jahren pv, war bei 5 verschiednene ärzten und habe jedes mittel von epi-pevaryl über clotrimazol bis hin zu weiteren cremes, shampoos, sprays, lösungen und sogar tabletten (viel zu viele namen um sich alles zu merken) durch und nichts hat wirklich geholfen - zumindest nich länger als ein paar wochen.
hoffe nun endlich geheilt zu werden durch DEINE tipps/methode ;)

wollte mal wissen, ob deine "nachbehandlung" soweit erfolgreich ist, also keine rückfälle?
ich werde dann mal in 6 wochen vom hoffentlich guten ergebnis berichten.

vielen dank und bleib(t) gesund^^

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